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Antworten zur Eigendiagnose

1)Welche 7 Teilsysteme umfasst die Eigendiagnose?

Die Eigendiagnose hat folgende Teilsysteme:
• Selbstcheck
• Plausibilität
• Selbstheilung
• Notlaufsystem mit Ersatzwerten
• Redundanz
• Lernsystem=Adaption
• Diagnose durch Auslesen des Fehlerspeichers

Selbstcheck

Mit Starten des Motors überprüft das Steuergerät
-die Sensoren und deren Signalleitungen,
-die Stellglieder mit ihren Steuer- und Versorgungsleitungen,
-sich selbst

Während der Prüfung leuchtet die gelbe Motorkontrollleuchte am Armaturenbrett auf. Liegt kein Fehler vor, erlischt die Motorkontrollleuchte nach kurzer Zeit (1-2 Sek.) wieder. Liegt ein Fehler vor, leuchtet die Motorkontrollleuchte ständig weiter. Das Steuergerät schaltet auf ein Notlaufsystem um, damit eine Weiterfahrt möglich ist. Der Fahrer ist aufgefordert, eine Werkstatt zur Behebung des Fehlers aufzusuchen. Der Fehler wird im Fehlerspeicher des Diagnoseteils abgelegt.
Längerer Betrieb bei leuchtender Motorkontrollleuchte kann den Katalysator schädigen, den Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß erhöhen sowie den Motorbetrieb (z.B. Beschleunigen) beeinträchtigen.
Während des Betriebs erfolgt alle 0,1 Sekunden eine vollständige Überprüfung des elektronischen Systems. Tritt ein Fehler auf, geht die Motorkontrollleuchte an und leuchtet ständig weiter.

Plausibilität

Während des Betriebs werden alle Eingangssignale der Sensoren auf Annehmbarkeit, dh. Plausibilität, überprüft.
Zum Beispiel meldet bei betriebswarmen Motor der Kühlmitteltemperaturfühler ein Sensorsignal für minus 20 Grad Celsius Motortemperatur an das Steuergerät. Dieses erkennt durch Vergleich mit dem Sensorsignal Ansauglufttemperatur, das plus 40 Grad Celsius anzeigt, dass das Sensorsignal Motortemperatur nicht stimmt, d.h. nicht plausibel ist. Ohne Plausibilitätsüberprüfung würde das Kraftstoff-Luftgemisch fälschlicherweise angefettet. Das Steuergerät greift auf einen im Eigendiagnosesystem abgespeicherten Ersatzwert zurück (z.B. plus 80 Grad Celsius). Die Unstimmigkeit wird dem Fahrer durch das Aufleuchten der Motorkontrollleuchte angezeigt.)
Selbstheilung/Fehlerverlernzähler
Tritt ein fehler nur vorübergehend auf, z.B. Masseschluss durch Spritzwasser an einer Steckverbindung, so leuchtet nach dessen „Selbstheilung“, z.B. durch Trocknung, die Motorkontrollleuchte nicht mehr auf. Vorerst bleibt dieser Fehler im Steuergerät gespeichert. Erst wenn dieser Fehler nach 20 weiteren Motorstarts nicht mehr auftritt, löscht das Steuergerät selbst diese Fehlerspeicherung.


Notlaufsystem

-Defekter Sensor
Fällt wegen eines defekten Sensors bzw. defekten Kabels das Sensorsignal an das Steuergerät aus, greift das Steuergerät mit der Sensorüberwachung auf einen Ersatzwert im Notlaufsystem zurück. In Abhängigkeit vom Fahrzeug gibt es für manche Sensorsignale, z.B. die Motordrehzahl, keinen Ersatzwert, deshalb ist bei dessen Ausfall kein Motorlauf möglich.

-Defektes Stellglied

Fällt ein Stellglied aus bzw. ist das Kabel zum Stellglied defekt, kann auf kein Ersatz-Stellglied zurückgegriffen werden. Das Steuergerät erkennt durch Selbstcheck den Fehler und schaltet die entsprechende Endstufe, das Lernprogramm und den Regelkreis ab.
Am Beispiel des Leerlaufdrehstellers wird dieser Vorgang deutlich gemacht. Das Steuergerät erkennt durch Selbstcheck eine Unterbrechung, z.B. der Masseleitung, und schaltet die Endstufe ab. Der Leerlaufdrehsteller ist so konstruiert, dass bei fehlender Ansteuerung ein Mindestquerschnitt, der so genannte Notlaufquerschnitt offen bleibt. Dadurch ist auch bei kaltem Motor noch ein Leerlauf, wenn auch eingeschränkt, möglich. Bei warmen Motor dagegen stellt sich eine höhere Leerlaufdrehzahl ein; Kraftstoffverbrauch und Schadstoffe erhöhen sich etwas.
Das Lernprogramm würde mit der höheren Leerlaufdrehzahl das Kennfeld für die Leerlaufstabilisierung falsch korrigieren. Damit das nicht passiert, wird auch das Lernprogramm abgeschaltet. Durch das Abschalten der Endstufe wird der Regelkreis für die Leerlaufdrehzahl, die Startluftsteuerung und Schubluftsteuerung außer funktion gesetzt.

-Sensorüberwachung

Die Sensorüberwachung besteht aus der Reihenschaltung mit dem Festwiderstand R1 im Steuergerät und dem veränderlichen Widerstand R2 des NTC-Kühlmitteltemperaturfühlers. Zwischen Plus und Masse liegt eine Spannung von 5V an, die sich entsprechend der Widerständen R1 und R2 aufteilt. Die Sensorüberwachung erfasst die Spannung zwischen Pin 11 und Pin 10 (Masse).
Bei kaltem Motor ist R2 hochohmig, die Sensorüberwachung misst als Höchstwert z.B. 4,8V, an R1 liegt die Restspannung von 0,2V an.
Bei betriebswarmen Motor ist R2 niederohmig, die Sensorüberwachung misst als Mindestwert z.B. 0,3V, an R1 liegt die Restspannung von 4,7 V an.
Bei Kabelbruch wird R2 unendlich groß, die Sensorüberwachung misst 5V, an R1 liegt keine Spannung an. An der Spannung 5v erkennt die Sensorüberwachung den Zustand Kabelbruch oder defekter Kühlmitteltemperaturfühler. Die Sensorüberwachung wechselt auf Notlauf und liefert dem Mikrocomputer einen Ersatzwert, entsprechend 80 Grad Kühlmitteltemperatur.

Redundanz

Wird bei einem System mit Redundanz ein Sensor defekt, so wird das fehlende Signal durch ein anderes Signal von einem 2.Sensor übernommen. Bei der Motronic wird die Motorlast vom Heißfilm-Luftmassenmesser erfasst, die Beschleunigung und Volllast vom Drosselklappenpotenziometer. Mit diesem Potenziometer kann die Motorlast erfasst werden, wie z.B. bei der Mono-Jetronic.
Fällt der Heißfilm-Luftmassenmesser als 1.Sensor aus, dann wird im Steuergerät mit einem Programm das Signal Motorlast vom Drosselklappenpotenziometer als 2.Sensor verwendet.
Durch die Redundanz mit dem 2.Sensor läuft der Motor exakter weiter als mit einem Ersatzwert aus dem Notlaufprogramm. Außerdem wird durch den Vergleich der Sensorsignale vom 1. und 2. Sensor die Plausibilität vom 1.Sensorsignal überprüft.
Solange der Heißfilm-Luftmassenmesser funktioniert, ist das Drosselklappenpotenziometer zur Erfassung der Motorlast überflüssig.

Lernsysteme mit Adaption

Die Grundwerte der Kennfelder bzw. Kennlinien zur Steuerung und Regelung der Motorelektronik wurden mit einem Versuchsmotor ermittelt. Durch Verschleiß und Alterung im Motorbetrieb stimmen diese Werte nicht mehr.
Eine Regelung kann die Abweichungen nur in einem vorgegebenen Toleranzbereich ausgleichen. Bei zu starker Abweichung kann die Regelung keinen vollen Ausgleich mehr schaffen. Zum Beispiel beträgt bei der Leerlaufdrehzahlregelung der Regelbereich 700 bis 1500 min-1. Bei entsprechender Alterung lässt sich die untere Leerlaufdrehzahl nur noch auf 1000 min-1 einregeln. Das Lernsystem der Motronic überschreibt die vorgegebenen Grundwerte der Kennlinie mit neuen Werten. Dadurch steht der Volle Regelbereich wie der zur Verfügung, Einstellarbeiten von Hand sind nicht mehr nötig.
Diagnose durch Auslesen des Fehlerspeichers
Zur raschen Diagnose sind die Fehler im Steuergerät abgespeichert; je nach Alter des Fahrzeuges sind unterschiedliche Verfahren anzuwenden. Am Beispiel des Audi 90 sind einige ältere Verfahren aufgezeigt.

2)Der Selbstcheck erkennt einen Defekt und lässt die Motorkontrollleuchte aufleuchten. Wie kann sich ein längerer Motorbetrieb im Notlauf negativ auswirken?



3)Welche Möglichkeiten hat das Notlaufsystem bei Erkennen eines defekten Sensors bzw. defekten Leerlaufdrehstellers als Stellglied?


4)Wie erkennt die Sensorüberwachung einen Kabelbruch des Kühlmitteltemperaturfühlers?
27.3.06 09:20


LPS

Antworten:
13.3.06 08:35





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